PV und Schafe

Immer mehr Geflügelbetriebe in Österreich verpachten ihre Auslaufflächen für die Errichtung und den Betrieb einer Agri-Photovoltaik-Freiflächenanlage. Die PV-Anlage spendet den Tieren Schatten, schützt sie vor Greifvögeln, und die Landwirte erzielen gleichzeitig ein attraktives Entgelt für Pacht und Pflege, das unabhängig von sonstigen landwirtschaftlichen Einkünften verlässlich jedes Jahr ausbezahlt wird.

Unsere Agri-Photovoltaikanlage auf der Hühnerweide der Familie Krenn in Hengsberg in der Steiermark ist seit April 2024 in Betrieb. Die Anlage stellt den 3.920 Freiland-Legehennen somit bereits zwei Jahre Beschattungselemente zur Verfügung, in die der Betrieb ansonsten selbst hätte investieren müssen. Herr Krenn fasst seine Erfahrungen zusammen: Früher haben sich unsere Hühner kaum vom Stall entfernt, heute beweiden sie gleichmäßig unsere gesamte Weidefläche von über 3 Hektar. Dadurch hat auch die Überweidung im Nahebereich des Stalles deutlich abgenommen. Die Tiere fühlen sich unter den PV-Modulen sichtlich wohl, sie fliegen auch nicht auf die Modultische oder kommen an Kabel heran. Am Abend finden die Hühner wieder selbständig in den Stall.“ 

Auf der Weidefläche des Biohof Karner in Bad St. Leonhard in Kärnten errichten wir im Winter 2025 auf einer Fläche von ca. 4 Hektar eine Agri-Photovoltaikanlage mit einer Leistung von ca. 5.000 kWp. Herr Karner erklärt seine Entscheidung für die gemeinsame Umsetzung wie folgt: „Mit der Verpachtung der Auslaufflächen für eine Agri-Photovoltaikanlage haben wir uns ein zweites Standbein aufgebaut. Die zusätzlichen Pachteinnahmen sind komplett vom Hühnermarkt entkoppelt und sichern unseren Betrieb ab. Im Endeffekt verdienen wir alleine über die Pacht- und Pflegeentgelte über die Anlagenlebensdauer von 30 Jahren fast die gesamte Investition in den zweiten Hühnerstall zurück – gleichzeitig können wir unsere Weidefläche weiterhin nutzen.“

Auch Blick ins Land bestätigt in einem Artikel aus November 2025, wie gut sich Photovoltaik und Tierhaltung miteinander verbinden lassen:

Zahlreiche Geflügelbauern sind den Beispielen von Familie Krenn und Familie Karner gefolgt, so setzen wir derzeit Projekte in Buchkirchen (OÖ), Hüttenberg (K), Wolfsberg (K), St. Paul im Lavanttal (K) und Eberstein (K) um. Auch der ORF hat bereits über Projekte von uns in Kärnten berichtet und zwei unserer Partnerbetriebe interviewt:

Agri-Photovoltaikanlagen auf Geflügelweiden bieten zahlreiche Vorteile, die in der Folge näher beschrieben werden:

  • Die Tiere beweiden gleichmäßig die gesamten Weideflächen, da ihnen die Module den benötigten Schutz gegen Witterung und Greifvögel bieten
  • Der landwirtschaftliche Betrieb wird durch zusätzliche, von der Landwirtschaft unabhängige Einnahmen für Pacht und Pflege abgesichert
  • Sämtliche Vorgaben von AMA und Bio-Austria werden eingehalten – notwendige Investitionen in den Geflügelauslauf, wie Beschattungselemente, Weidezaun und Hecke werden auf unsere Kosten errichtet
  • Wir liefern gemeinsam einen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel
  • Es kommt durch die Agri-PV-Anlage zu keinerlei Flächenversiegelung, im Gegenteil wird die Biodiversität der Fläche durch die PV-Anlage verbessert

Gleichmäßige Beweidung der Flächen

Freilauf- oder Biohühner haben Zugang zu weitläufigen Weideflächen, in der Praxis ist der Bewegungsradius der Tiere aber stark eingeschränkt und konzentriert sich auf die Flächen direkt um den Stall. Der Großteil der Weideflächen bleibt ungenutzt.

Die Installation von Photovoltaikpaneelen auf den Weideflächen bietet den Hühnern Schutz vor Witterungsereignissen (Hitze, Hagel, Starkregen etc.) und Greifvögeln. Wenn die Module gleichmäßig auf den Flächen verteilt werden, führt die Agri-PV-Anlage zu einer gleichmäßigen Nutzung der gesamten Weidefläche, der Hitzestress der Tiere wird reduziert und das Wohlbefinden gesteigert, was letztendlich zu gesünderen Hühnern und einer höheren Eiqualität führt.

Diversifizierung der Einnahmequellen

Darüber hinaus erschließt die Agri-Photovoltaik für Landwirte neue Einnahmequellen, die unabhängig von Wetterereignissen oder Preisschwankungen auf den Weltmärkten für Agrarprodukte sind. Wir entwickeln, errichten und betreiben die Agri-PV-Anlage auf unsere Kosten und unser Risiko und bieten dem Landwirt ein attraktives jährliches Entgelt für Pacht und Pflege an, das abhängig von Größe und Eignung der Flächen im fünfstelligen Bereich liegt.

Einhaltung der Vorgaben seitens AMA und BioAustria

Bei der Errichtung der Photovoltaikanlage werden die Vorgaben von AMA und Bio Austria zur maximalen Belegrate, Tischtiefe etc. genau eingehalten, Gütesiegel und / oder Status als Biobetrieb bleiben in jedem Fall erhalten. Ein großer Vorteil für die Landwirte ist, dass sämtliche Investitionen in die Gestaltung des Auslaufs wie Beschattungselemente, Hecken und Weidezäune auf unsere Kosten errichtet werden.

Wir stellen bei der Planung und Errichtung der Agri-PV-Anlage durch diverse zusätzliche Maßnahmen sicher, dass sich die Tiere dauerhaft wohlfühlen und nicht verletzen, dass eine Beschädigung der Anlage durch die Tiere verhindert wird, dass eine Vegetationsdecke auch unter den Modulen dauerhaft gesichert ist, und dass die Flächenpflege für den Landwirt ohne Schwierigkeiten möglich ist: 

  • Abstand der Modulunterkante vom Boden von mindestens 1,3 Metern
  • Reihenabstände in Abhängigkeit von der Hangneigung von mindestens 3 Metern (auf ebenen Flächen von 4 Metern)
  • Hochbinden sämtlicher Kabel
  • Vermeidung scharfer Kanten
  • Einsatz einer dickeren Zinkschicht
  • Schutz aller technischen Anlagen (Wechselrichter, Kabel etc.) gegen Tierverbiss
  • Einsatz lichtdurchlässiger Doppelglasmodule
  • Ausreichend Zwischenfugen zur gleichmäßigeren Verteilung des Niederschlags
  • Keine Flächenversiegelung durch Einsatz von Rammpfosten

Wir haben unser System von der Fachstelle für tiergerechte Tierhaltung und Tierschutz zertifizieren lassen, es wurde bestätigt, dass es den Anforderungen der österreichischen Tierschutzgesetzgebung entspricht. Gerne können wir das Gutachten übermitteln.

Erneuerbare Energie – Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel

Die österreichische Landwirtschaft leidet immer stärker unter dem Klimawandel und den damit verbundenen Extremwettereignissen, wie lange Trockenperioden, Starkregenereignisse, Hagel, Spätfrost etc. Ein Hauptverursacher des Klimawandels ist die konventionelle Energieversorgung durch die Nutzung fossiler Brennstoffe, deren Verbrennung zu Treibhausgasemissionen führt.

Mit der Installation einer Agri-Photovoltaikanlage kann der Landwirt selbst einen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel leisten. Energieerzeugung ist in der Landwirtschaft kein neues Konzept, im Gegenteil wird mit der Installation von Photovoltaikmodulen auf landwirtschaftlichen Flächen die altbewährte Tradition der Energieselbstversorgung zur Bewirtschaftung der eigenen Höfe wieder stärker in den Fokus gerückt.

Verbesserung der Biodiversität

Die Pfosten der Photovoltaikanlage werden lediglich in den Boden gerammt, es kommt zu keinerlei Bodenversiegelung durch Betonfundamente und die PV-Anlage kann nach Ende der Lebensdauer rückstandsfrei entfernt werden. Etliche Studien haben bewiesen, dass sich Photovoltaik-Freiflächenanlagen in Kombination mit extensiver Beweidung positiv auf Umwelt und Biodiversität auswirken. Weitere positive Effekte können durch das Anlegen von Hecken und Blühstreifen innerhalb der Belegfläche erreicht werden.

Durch diverse technische Maßnahmen stellen wir sicher, dass Regen und Licht auch die Flächen unter den Modulen erreichen und ein Bewuchs langfristig gesichert ist. So stellt der Einsatz lichtdurchlässiger Glas-Glas-Module einen gleichmäßigen Lichteintrag auch unter den Modulen sicher, durch große Reihenabstände, hohe Abstände der Modultische vom Boden sowie breite Zwischenfugen innerhalb der Modultische kommen auch Niederschläge in weiten Bereichen zu.

Häufige Fragen

Die typischen Fragen von Landwirten und Grundeigentümern zum Thema PV-Freiflächenanlagen haben wir in unserem Artikel zum Thema Q&A zu PV-Freiflächenanlagen in Österreich beantwortet – an dieser Stelle finden Sie eine Kurzzusammenfassung:

Wann ist eine Fläche geeignet?

Die Weidefläche sollte eine Mindestgröße von 1-2 Hektar aufweisen und das ganze Jahr über verschattungsfrei sein. Südhänge können bis zu einer Neigung von 20° gut genutzt werden, Nordhänge ab 10° sind nicht mehr geeignet. Idealerweise sollte sich in der Nähe eine Möglichkeit zum Anschluss an das öffentliche Mittelspannungsnetz befinden.

Welche Leistung kann auf der Fläche installiert werden?

Pro Hektar Fläche können ca. 1.200 kWp installiert werden, bei einem Südhang können die Reihenabstände reduziert werden und so kann noch etwas mehr Leistung installiert werden.

Wie lange ist die Pachtdauer?

Wir schließen unsere Pachtverträge auf eine Dauer von 30 Jahren ab, dies entspricht auch der garantierten Lebensdauer der Photovoltaikmodule. Nach Ablauf der 30 Jahre bauen wir die Anlage auf unsere Kosten zurück, da keinerlei Betonfundamente gesetzt werden, ist eine rückstandsfreie Entfernung kein Problem. Alternativ können wir auch über eine Verlängerung des Pachtvertrags oder über eine Übertragung der PV-Anlage sprechen.

Wie läuft ein solches Projekt üblicherweise ab?

Sobald Sie sich für uns als Partner entschieden und mit uns den Pachtvertrag unterschrieben haben, legen wir sofort mit der Arbeit los.

Üblicherweise müssen Flächen umgewidmet werden, was aufwendig ist und über ein Jahr dauert. Aufgrund der großen Synergien zwischen Photovoltaikanlagen und der Geflügelhaltung werden diese Standorte im Widmungsverfahren in den meisten Bundesländern deutlich bevorzugt behandelt.

Parallel stellen wir einen Antrag auf Netzzugang beim Netzbetreiber. Sobald die Widmung erfolgt und eine Netzzusage vorhanden ist, kann der Antrag auf Elektrizitätsrechtliche Genehmigung am Land und auf Naturschutzrechtliche Genehmigung bei der Bezirkshauptmannschaft gestellt werden. Die Verfahren dauern normalerweise 3-4 Monate.

Auf Basis der Genehmigungen kann dann beim nächsten Vergabetermin um Marktprämienförderung angesucht werden, derzeit gibt es pro Jahr vier Termine. Sobald eine Förderzusage vorliegt, starten wir mit der Detailplanung und bestellen die Komponenten, abhängig von den Lieferfristen ist ca. 3 Monate später Baubeginn. Errichtungsdauer ist ca. 1 Monat pro MWp Anlagenleistung.

Insgesamt bietet die Agri-Photovoltaik für Freilauf- oder Biohühner somit vielfältige wirtschaftliche und ökologische Vorteile. Bei Interesse stehen wir jederzeit für eine Prüfung und Besichtigung Ihrer Flächen zur Verfügung bzw. beantworten wir gerne alle Ihre Fragen zum Thema Agri-Photovoltaik und beraten Sie, wie Sie die Einhaltung der Vorgaben von AMA und / oder Bio Austria sicherstellen.

Zum Abschluss fassen wir nochmals die Vorteile einer Agri-Photovoltaikanlage für den Landwirt und die Tiere zusammen:
  • Attraktives Entgelt für Pacht und Pflege der Flächen
  • Gleichmäßige Flächenbeweidung durch Greifvogelschutz
  • Ganztägige Beweidung auch im Hochsommer durch Beschattung der Tiere bei Hitze
  • Witterungsschutz für die Tiere bei Starkregen, Sturm etc.
  • Von der Fachstelle für tiergerechte Tierhaltung und Tierschutz zertifiziertes System
  • Schutz der Fläche mit einem landestypischen Weidezaun, ergänzt um eine Hecke insbesondere in den einsehbaren Bereichen
  • Ökologisch belassene Weidefläche mit hoher Biodiversität
  • Rückstandsfreie Entfernung der PV-Anlage nach Ende der Lebensdauer
  • Möglichkeit zur maschinellen Bewirtschaftung und Pflege der gesamten Fläche mit Standardmaschinen

Haben Sie Fragen? Kontaktieren Sie uns:

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